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ID: 300264513

Typ: Begriff

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Beschreibung

Bezieht sich auf ein Buch, eine Schriftrolle oder andere Dokumentform, die die heiligen Schriften des Judentums oder des Christentums enthält. Eine Bibel kann auch Buchmalerei, gemalte Szenen oder Verzierungen enthalten. Die Bibel besteht aus zwei Teilen: die hebräischen Schriften oder das Alte Testament, das ursprünglich auf Hebräisch (mit einigen Teilen von Aramäisch) verfasst wurde und die Schriften des jüdischen Volks enthält, und das Neue Testament, das auf Griechisch verfasst wurde und die Geschichte Jesu und die Anfänge des Christentums aufzeichnet. Die römisch-katholische und die östlich-orthodoxe Version des Alten Testaments sind etwas umfangreicher als die protestantische Bibel, weil sie bestimmte Bücher und Teile von Büchern akzeptieren, die von den Protestanten als apokryph angesehen werden. Die jüdische Bibel enthält nur die Bücher, die den Christen als Altes Testament bekannt sind. Die Gestaltung des jüdischen und des christlichen Kanons unterscheiden sich erheblich. Traditionell haben die Juden ihre Schriften (das Alte Testament) in drei Teile geteilt: die Tora (das „Gesetz“) oder das Pentateuch; die Neviim (die „Propheten“); und die Ketuvim (die „Schriften“) oder die Hagiographen. Die Geschichten, moralischen Lehren und theologischen Doktrinen der Bibel haben sowohl in der christlichen als auch in der jüdischen Bildsprache ein umfangreiches Werk der bildenden Kunst hervorgebracht. Für die Christen wurde in der frühchristlichen Zeit ein Kanon biblischer Bücher festgelegt; einige apokryphe Bücher waren jedoch noch lange danach im Umlauf. Ab dem späten Mittelalter waren poetische und dramatische Interpretationen der biblischen Erzählungen sehr beliebt und lieferten eine Fülle außerkanonischer Literatur, die zur Entwicklung wichtiger Themen in der christlichen Kunst beitrug.

Quellen

Gemeinsame Normdatei (GND)
https://d-nb.info/gnd/4006406-2
Jakobi-Mirwald, Das mittelalterliche Buch (2004)
Seite: 298
Benz, Glossarium Artis 2 (1992)
Seite: 96
Riese, Kadatz, Seemanns Sachlexikon Kunst & Architektur (2008)
Seite: 38